Glückskriterien

Von: Ute Mündlein | 21.03.2017

Woran machst du fest, dass du glücklich bist? Anders gefragt, was brauchst du, um glücklich zu sein?

Viele haben dafür bewusst oder unbewusst Kriterien aufgestellt. So etwas kennt man auch in der Software-Entwicklung.

Akzeptanzkriterien sind bei der agilen Software-Entwicklung Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit eine User Story (im weitesten Sinne Aufgabe) als "Erledigt" gilt. Solche Akzeptanzkriterien haben wir auch für unser Leben, nennen sie nur nicht so:

Beispiel:

Ich muss X tun, damit ich glücklich, zufrieden, erfolgreich bin. X steht dabei für:

1. Ich muss X Euro verdienen.
2. Ich muss XX kg abnehmen.
3. Ich muss XX pro Woche Sport treiben, meditieren ...

Eine ganze "Industrie" lebt davon, dass wir erst etwas tun müssen, um glücklich, zufrieden, erfolgreich zu sein. So wie wir momentan sind, sind wir nicht gut genug.

Wenn also unsere Akzeptanzkriterien stimmen, müssten Millionäre glücklich sein, schlanke Menschen stets zufrieden etc. Aber das sind sie nicht. Nicola Bird hat in einem Podcast mal erwähnt, dass der Tag, als sie Umsatzmillionärin wurde – ein Ziel, auf das sie verbissen hingearbeitet hatte – total ernüchternd war. Mit dem Tag kam die Erkenntnis, dass sie einer Illusion hinterher gelaufen war.

Wie müssten die Akzeptanz- bzw. Glückskriterien also dann lauten?

Glück ist kein Zustand, den du anstreben kannst. Glücklich sein kannst du immer, jederzeit. Was dir im Weg steht ist lediglich die Überzeugung, dass du zuerst etwas dafür tun musst, dass du nicht gut genug bist ...

Wenn du nicht glücklich bist, frag dich, was du gerade glaubst haben zu müssen, um glücklich zu sein? Kannst du beispielsweise auch glücklich sein, ohne viel Geld zu verdienen? Wenn Nein, warum?

Wie man sieht, sollte man "glücklich/zufrieden/erfolgreich sein" nicht als eine weitere Aufgabe ansehen, die es im Leben anzupacken gilt.

Denn wenn man ehrlich ist, hat einem die Herangehensweise gar nicht oder nur kurz dem erhofften Ziel näher gebracht. Immer gab es noch etwas, das es zu optimieren galt. Ein Kriterium, dass nicht erfolgt war.