Sorgeneimer

Von: Ute Mündlein | 06.09.2016

Warum es nicht lohnt, sich den Kopf zu zerbrechen.


Worüber hast du dir just vor zwei Jahren Gedanken gemacht? Was hat dir vor einem Jahr Kopfzerbrechen bereitet? Was vor einer Woche? Waren das immer die gleichen Sachen oder doch ganz unterschiedliche Dinge? Ich vermute letzteres, denn wir Menschen sind nie ganz Sorgen-los.


Nicola Bird hat in einem ihrer Podcasts den Begriff „worry bucket“, Sorgeneimer, geprägt. Dieser wird nie leer sein, egal, wie intensiv wir Persönlichkeitsentwicklung betreiben, wie hart wir daran arbeiten, bessere Menschen zu werden, wie viel Geld wir für Coaching ausgeben. Es wird immer etwas geben, worüber wir uns Gedanken machen.


Statt aber das als Problem zu betrachten, könnte man einfach gelassener damit umgehen. Sorgen sind Teil des Lebens. Sie basieren letztlich nur auf Gedanken, und die kommen und gehen. Und mit ihnen die unangenehmen Gefühle, Ängste, schlaflosen Nächte. Oder weißt du noch, worüber du dir just an diesem Tag vor zwei Jahren den Kopf zerbrochen hast? Vermutlich nicht.


Der Sorgeneimer


Das einzige Problem, das wir wirklich haben, ist: Wir nehmen unsere Gedanken viel zu ernst. Zum Beispiel:


„Wenn sich niemand für mein Event anmeldet, bin ich ein Versager.“

„Was, wenn der Kunde das Angebot nicht annimmt ...“

„Erst wenn ich X Umsatz mache, bin ich erfolgreich ...“

„Was das Gegenüber wohl denkt, wenn ...“

„Ich weiß nicht, was ich tun soll ...“


Was, wenn du die damit verbundenen unangenehmen Gefühle einfach aussitzt? Sie als Teil des Lebens akzeptierst statt gleich in Aktionismus zu verfallen? Sie verschwinden wieder, von ganz alleine.


Meine Erfahrung ist, je weniger ich mir einen Kopf darüber gemacht habe, wie ich neue Kunden bekomme oder Geld verdiene, desto einfacher ging es. Es war sogar so, dass gerade dann die meisten Kunden kamen, wenn ich bewusst nicht danach gesucht habe.


Ich lese inzwischen auch nicht mehr frenetisch 60 - 70 Bücher pro Jahr, sondern verbringe mehr Zeit damit, mal nichts zu tun. Meinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen. Dann kommt die Lösung zu oben aufgelisteten Dingen. All die Probleme werden so zeitnah gelöst oder verschwinden von alleine. Und nach wie vor habe ich keinen Mangel an Ideen, das war eine meiner größten Sorgen: Wenn ich keine Bücher lese, wird meine Kreativität versiegen. Im Gegenteil.


Vielleicht schaust du dir mal genau an, was gerade alles in deinem Sorgeneimer ist. Akzeptier einfach, dass du bei vielem die Antwort nicht weißt oder unzufrieden mit der aktuellen Situation bist. Denk dran, Sorgen kommen und gehen. Sie sind letztlich nur Gedanken. Und dein Eimer wird immer halbvoll oder halbleer sein, egal, wie sehr du an dir arbeitest, also: Lass die Sorgen mal Sorgen sein.